15Phänomenologischer Spaziergang 2050 1 Fenja Stein
Ich befinde mich auf der Halbinsel der Spree. Ich stehe auf der Dachterrasse, des
rechten Hauses, welches mit der Brücke verbunden ist. Es ist ziemlich hoch hier, aber
durch die geschaffene Parkanlage fühlt es sich nicht so hoch an. Ich fühle mich sicher,
denn die Abgründe sind durch schöne Zäune abgesperrt. Ich stehe neben einer
hölzernen Bank am Bach. Im Bach schwimmen viele kleine Fische und im Shilf höre
ich ein paar Frösche quaken. Vor mir geht eine kleine Brücke über den Bach. Wenn
ich auf ihr stehe bin ich leicht erhöht und kann die Fische mit nachhaltigen Pallets
füttern. Ich lasse ein Pallet ins Wasser fallen und direkt kommen viele
verschiedenfarbige Fische an. Ich bekomme einen Wasserspritzer von ihnen ins
Gesicht. Das ist angenehm, denn es ist trotz der Höhe relative warm in der
Nachmittagssonne. Das ist dem Klimawandel zufolge so. Ich gehe von der kleinen
Brücke runter und stelle mich an den Zaun. Meine Hände fühlen den Zaun und er ist
nicht splitterig. Ich sehe nun die andere Seite des Gebäudes. Sie ist genauso hoch wie
das Gebäude auf dem ich stehe und ich sehe eine weitere Parkanlage. Unter mir
rechts und links vom Gebäude sind weitere Grünflachen, auf denen ein paar Kinder
Fußball spielen. Wenn ich runter schaue sehe ich das Dach des Verkehrstunnels mit
Solarpaletten und neben dem Tunnel ein paar Räder fahren. Neben den Radwegen
ist jeweils eine Wiese mit Fußgängerüberweg. Dort haben sich ein paar Menschen
niedergelassen und essen oder spielen Gitarre. Einige Mensch sind auch gerade über
die Stege von den Wiesen auf dem Weg zu den sogenannten Wiesenkreisen. Das sind
kleine Wiesen, die auf Mettalpfählen im Wasser stehen und eine ruhige Oase bilden.
Einige Leute haben sich vorher ein Getränk aus dem Kaffee geholt, welches jeweils in
der untersten Etage der Gebäude liegt. Ich drehe mich um und sehe ein paar
Familienhäuser. Diese sind auch relativ hoch gebaut und haben ihre Dächer als
Terrassen. Ich höre ein paar Kinder laut schreien, weil sie ein spiel darauf spielen. Ich
setze mich an den Bach und lasse meine Füße ins Wasser gleiten. Das Wasser ist
angenehm kühl. Perfekt für diese Temperaturen. Meine Hände rupfen ein paar
Grashalme ab und flechten diese zusammen. Ich pflücke ein paar Gänseblümchen.
Diese fühlen sich in meinen Händen besonders weich an. Daraus mache ich mir ein
Gänseblümchenhaarband. Ich wasche mich meine Hände dann im Kühlen Bach ab,
denn durch das Flechten sind sie leicht grün geworden. Ich merke, wie die kleinen
Fische langsam anfangen neugierig zu werden und an meinen Füßen zu knabbern.
Das kitzelt. Ich stehe auf und laufe zu einem Apfelbaum. Die Äpfel sind langsam reif.
Ich pflücke mir einen und beiße herzhaft rein. Es riecht alles sehr frisch und der Apfel
auch sehr intensiv. Die Blüten des Apfelbaums riechen leicht süßlich. Nach Abgasen
riecht es hier oben nicht. Die meisten Leute fahren mittlerweile Elektroautos. Und die
Autos, die noch mit Benzin fahren dürfen, sind so gering, dass der Geruch bis hier
oben gar nicht reicht. Ich kann die Autos auch nicht hören, weil sie sind so leise sind
ich viel zu weit oben bin. Ich fühle mich frei und bin glücklich. Ich entschließe mich,
mich noch sportlich zu betätigen und zur Kletterwand zu gehen, die auf der anderen
Seite an der Seite des Hügels liegt. Ich könnte zwar einfach die obere Brücke nutzen,
möchte mich aber vorher noch umziehen gehen. Ich laufe zu den Schachten, durch
welche ich in den Fahrstuhl gelange. Er ist sehr modern und der Boden aus Glas. So
kann ich alle Kabel sehen. Ich muss keinen Knopf drücken, sondern sage einfach nur
das Stockwerk, in dem meine Wohnung liegt. Ich fahre also in den 7ten Stock. Dort
angekommen laufe ich über einen Holzflur zu meiner Wohnungstür. Ich nehme
meine Metallkarte und halte sie an den Scanner. Die Tür schließt auf. Das Metall der
Türklinke ist angenehm kühl. Ich betrete mein Schlafzimmer und ziehe mich schnell um. Die gesamte Wohnung ist
sehr hell, da die Fenster sehr groß sind. Meine Sportklamotten sind nachhaltig
produziert worden und atmungsaktiv. Als ich fertig bin, schließe ich schnell ab und
steige wieder in den Fahrstuhl. Er fährt mich wieder zurück nach oben. Dort gehe ich
dann über den oberen Übergang auf das andere Gebäude. Der Übergang besteht aus
Glas und ich kann die Spree unter mir sehen. Auf der anderen Seite angekommen,
befindet sich ebenfalls eine Parkanlage. Nun erreiche ich auf der linken Seite den
Hügel. In der Mitte ist er mit Stein gepflastert und an den Seiten ist viel Grün. Ich
laufe also den Hügel bis nach ganz unten. Ich könnte natürlich auch wieder den
Fahrstuhl nutzen, aber ein bisschen Bewegung tut gut. Unten angekommen, gehe ich
um die Ecke und sehe die große Kletterwand. Ich freue mich. Sie liegt schön im
Schatten. Ich fange an mit meinen Händen die Gummihandgriffe zu berühren, welche
aus alten Autogreifen hergestellt sind. Hier kann ich mich jetzt richtig auspauern.